Donnerstag, 5. November 2026

Israel | Yad Vashem | Bernhard Lichtenberg


https://www.yadvashem.org/de/righteous/stories/lichtenberg.html

„Ich erkenne im Juden meinen Nächsten"

Bernhard Lichtenberg, der einzige katholische Priester in Nazi-Deutschland, der seine Stimme gegen die Verfolgung der Juden erhob, wurde am 3. Dezember 1875 in Ohlau (poln. Oława), etwa 30 Kilometer südöstlich von Breslau (poln. Wrocław) in der damals preußischen Provinz Niederschlesien geboren. Er war das zweite von fünf Kindern. Die Kaufmannsfamilie gehörte zu der katholischen Minderheit in der überwiegend protestantischen Stadt. 1886 stellten die Katholiken etwa 31 % der 15.787 Einwohner. Es gab auch eine kleine jüdische Gemeinde von 123 Personen (0,8 %). Bernhard Lichtenberg machte sein Abitur am Ohlauer Gymnasium und beschloss, Priester zu werden. Er studierte Theologie in Breslau und Innsbruck und erhielt 1899 die Priesterweihe. Seine Tätigkeit im Dienst der Kirche konzentrierte sich nach 1913 auf Berlin. Nachdem er mehr als ein Jahrzehnt  Pfarrer der Herz-Jesu-Gemeinde in Charlottenburg war, wurde er 1932 als Dompfarrer an die St.-Hedwig-Kirche berufen. Lichtenberg engagierte sich auch kirchenpolitisch und war von 1913 bis 1920 Vertreter der Zentrumspartei im Bezirk Charlottenburg und von 1920 bis 1930 Mitglied des Weddinger Bezirksparlaments. Nach dem Ersten Welrkrieg, in dem er als Militärkaplan diente, war er auch Mitglied des „Friedensbundes Deutscher Katholiken" geworden und 1929 wurde er in den Vorstand der „Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden" berufen. Bereits 1931 wurde Lichtenberg zur Zielscheibe eines gehässigen Artikels in Goebbels' Hetzblatt „Der Angriff", nachdem er einen Aufruf unterzeichnet hatte, der Katholiken empfahl, die Verfilmung von Erich Maria Remarques Antikriegsnovelle „Im Westen nichts Neues" anzusehen. Am 31. März 1933, zwei Monate nachdem die Nazis an die Macht gekommen waren, arrangierte Lichtenberg für den jüdischen Bankier Oskar Wassermann ein Treffen mit Kardinal Bertram, dem Erzbischof von Breslau und Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Dies war ein vergeblicher Versuch, den Kardinal zum Einschreiten gegen den für den nächsten Tag geplanten Boykott gegen die Juden zu bewegen. Bertram sah die ganze Angelegenheit als nicht in den Bereich der Kirchenaktivitäten gehörig an.

In deutlichem Kontrast zur Mehrheit der katholischen und protestantischen Kirchenführung während des Holocaust war Lichtenberg von Anfang an davon überzeugt, dass er als katholischer Priester verpflichtet sei, den Juden, die zunehmend aller Bürger- und Menschenrechte beraubt wurden, zu helfen. Der „Lagebericht der Staatspolizeistelle Potsdam"  für Februar 1936 berichtet von einem in Berlin gehaltenen Religionsgespräch zwischen Lichtenberg, zwei Rabbinern, zwei Pfarrern der Bekennenden Kirche und einigen „nichtarischen" Laien. „Die Versammlung soll zu dem Ergebnis gekommen sein, daß das deutsche Volk an den Juden viel wieder gutzumachen habe". Nachdem Lichtenberg 1937 zum Domprobst gewählt worden war, wurde ihm im August 1938 die Leitung des „Hilfswerkes beim Bischöflichen Ordinariat Berlin", das vielen Katholiken jüdischer Abstammung bei der Emigration aus Nazi-Deutschland half, übertragen.

Unter dem Eindruck der „Reichskristallnacht" am 9./10. November 1938 war Lichtenberg der einzige Kirchenmann, der seine Stimme öffentlich und furchtlos gegen die Brutalität der Nazis erhob, während die deutschen Kirchen in ihrer Gesamtheit - einschließlich der dissidenten Bekennenden Kirche- zu den Ausschreitungen gegen die Juden schwiegen:

„Was gestern war, wissen wir. Was morgen ist, wissen wir nicht. Aber was heute geschehen ist, haben wir erlebt: Draußen brennt der Tempel. Das ist auch ein Gotteshaus."

Von diesem Abend an bis zu seiner Verhaftung am 23. Oktober 1941 betete Lichtenberg täglich auf seiner Kanzel in der St.-Hedwig-Kirche fur die Juden, die Christen jüdischer Abstammung und andere Opfer des Regimes. Nach dem Kriegsausbruch bereitete er ein Schreiben an den Berliner Luftschutzleiter vor, in dem er gegen die Rassentrennung in den Luftschutzbunkern protestierte, die mit einem Dekret vom 14. Dezember 1939 angeordnet worden war.

Lichtenbergs ablehnende Haltung zum NS-Regime und seine fortdauernden Proteste gegen die Judenverfolgung brachten ihn zwangsläufig in Konflikt mit der Unterdrückungsmaschinerie des nationalsozialistischen Staates. Zwei Studentinnen, die ihn öffentlich für die Juden und die Häftlinge der Konzentrationslager beten hörten, denunzierten ihn. Bei der Hausdurchsuchung, die die Gestapo am 23. Oktober 1941 in seiner Wohnung vornahm, fand sich eine Kanzelvermeldung, die Lichtenberg am darauf folgenden Sonntag hatte verlesen wollen. Die Vermeldung war eine Reaktion auf ein von Goebbels Propagandaministerium verbreitetes Flugblatt, in dem die deutschen „Volksgenossen" davor gewarnt wurden, Juden auf irgendeine Weise zu helfen oder sie auch nur freundlich zu grüßen. Lichtenberg schrieb:

„In Berliner Häusern wird ein anonymes Hetzblatt gegen die Juden verbreitet. Darin wird behauptet, dass jeder Deutsche, der aus angeblicher falscher Sentimentalität die Juden irgendwie unterstützt, und sei es auch nur durch ein freundliches Entgegenkommen, Verrat an seinem Volk übt. Laßt euch durch diese unchristliche Gesinnung nicht beirren, sondern handelt nach dem strengen Gebote Jesu Christi: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."

Bei seinem Verhör weigerte sich Lichtenberg, seine Worte zurückzunehmen und verschärfte sogar noch seine Aussagen. Als er zu einem mit Anmerkungen versehenen Exemplar von „Mein Kampf", dass sich in seinem Besitz befand, befragt wurde, erwiderte Lichtenberg, dass er als katholischer Priester verpflichtet sei, der in „ Mein Kampf" dargelegten Weltanschauung zu widersprechen, da sie unchristlich sei. Er war auch bereit, alle Konsequenzen auf sich zu nehmen, die sein Widerstand gegen die Politik des Staates für ihn haben würde:

„Das ergibt sich daraus, dass ich die Evakuierungen (d. h. die Deportation der Juden) mit all ihren  Begleiterscheinungen innerlich ablehne, weil sie gegen das Hauptgebot des Christentums gerichtet sind, „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst". Und ich erkenne auch im Juden meinen Nächsten, der eine unsterbliche, nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffene Seele besitzt. Da ich aber diese Regierungsverfügung nicht hindern kann, war ich entschlossen, deportierte Juden und Juden-Christen in die Verbannung zu begleiten, um Ihnen dort als Seelsorger zu dienen. Ich benutze diese Gelegenheit, um die Geheime Staatspolizei zu bitten, mir diese Gelegenheit zu geben."

Im Mai 1942 verurteilte das Berliner Landgericht Lichtenberg wegen „Kanzelmißbrauchs" und „Heimtücke" zu zwei Jahren Haft. Befragt, ob er selber noch etwas zu seiner Verteidigung anzuführen habe, äußerte Lichtenberg laut Urteilsprorokoll:  „lch gebe der Überzeugung Ausdruck, dass der Staat durch einen für die Juden betenden Bürger keinen Schaden erleide."

Gegen Ende der zweijährigen Haft besuchte der Berliner Bischof Preysing Lichtenberg im Gefängnis Tegel und überbrachte ihm das Angebot der Gestapo, ihn freizulassen, wenn er verspräche, nicht zu predigen, solange der Krieg dauere. Lichtenberg bat stattdessen um  die Erlaubnis, Juden und Christen jüdischer Abstammung, die deportiert wurden, nach  Lodz/Polen begleiten zu dürfen und dort als Seelsorger zu dienen. Preysing, der sich große Sorgen um Lichtenbergs schlechten Gesundheitszustand machte, versuchte vergeblich, ihn von diesem Gedanken abzubringen.

Angesichts von Lichtenbergs unerschütterter Gegnerschaft zum NS-Regime ordnete  der SD seine Internierung im Konzentrationslager Dachau an. Während er noch auf die Überstellung dorthin wartete, wurde der 67-jährige schwer krank und starb am 5. November 1943.

Am 7. Juli 2004 erkannte Yad Vashem Bernhard Lichtenberg als  „Gerechten unter den Völkern" an.

Dieser Text wurde dem „Lexikon der Gerechten unter den Völkern. Deutsche und Österreicher” (Hrsg.: Daniel Fraenkel und Jakob Borut) entnommen

Mittwoch, 14. Oktober 2026

Weiden | Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Gedenken für Israel und Zion

 

 https://dernachbotwelt.blogspot.com/2026/10/solidaritat-mit-israel-in-weiden.html

https://antifagruppeweidenneustadt.blogspot.com/2026/10/stilles-gedenken.html

Weiden

Gedenken an die Opfer des Hamas-Terrorangriffs auf Israel

Gedenken an die Opfer des Hamas-Angriffs auf Israel. Drei Jahre nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel wurde auch in Weiden an die Opfer des 07. Oktobers 2023 erinnert. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit hatte zu einem stillen Gedenken am Gedenkstein in der Konrad-Adenauer-Anlage eingeladen. Es solle ein Zeichen gegen Terror, Hass und Antisemitismus gesetzt werden. Bei dem Angriff wurden fast 1.200 Menschen getötet und rund 250 verschleppt.

(rh/Kamera: Erich Kummer)

Freitag, 11. September 2026

Solidarität und Erinnerung in Verbundenheit zu Israel und Amerika

 

 11. September 2001 (9/11): Die vom islamistischen Terrornetzwerk al-Qaida verübten Anschläge in den USA kosteten fast 3.000 Menschen direkt das Leben. Sie führten u. a. zum Einsturz der Zwillingstürme des World Trade Centers und veränderten die globale Sicherheitsarchitektur sowie die geopolitische Lage im Rahmen des darauffolgenden „Kriegs gegen den Terror“ permanent.

 7. Oktober 2023: Der brutale Großangriff der Terrororganisation Hamas und anderer extremistischer Gruppen auf Israel forderte rund 1.200 Todesopfer, ging mit Massenentführungen einher und löste den bis heute andauernden, verheerenden Krieg im Nahen Osten aus. link

Die beiden massenmörderischen Kriegshandlungen förderten den weltweiten Antisemitismus im Antiamerikanismus und gehen über das mögliche noch hinaus. Die extreme politische Rechte wie Linke sucht sich in ihr - ihre authentische Heimat der urwüchsigen antiamerikanische Gewalt und des antisemitischen Vernichtungskrieges.  link


Donnerstag, 18. Juni 2026

Katholische Akademie Frankfurt | Fritz Bauer und die literarische und filmische Bearbeitung des Frankfurter Auschwitz-Prozesses

 24.6.26, 18.30 Uhr: 

Haus am Dom, Katholische Akademie Rabanus Maurus, Frankfurt

Vortrag von Prof. Kerstin Steitz mit Filmbeispielen und Gespräch // Fritz Bauer war sich der strafrechtlichen Grenzen des von ihm initiierten Frankfurter Auschwitz-Prozesses bewusst. Er selbst forderte Dichter auf, mit künstlerischen Mitteln diese Grenzen zu überschreiten. Mit Kerstin Steitz, die 2025 im Wallstein Verlag zu diesem Thema eine umfassende Untersuchung vorgelegt hat, sichten und diskutieren wir anhand von Filmausschnitten Werke wie „Die Ermittlung“, „Im Labyrinth der Schuld“ sowie die Filme „Zeugin aus der Hölle“ und „Mord in Frankfurt“. Dr. Kerstin Steitz ist Associate Professor of German im Department of World Languages and Cultures sowie in Jewish Studies und Holocaust and Genocide Studies an der Old Dominion University in Norfolk, Virginia, USA, und vielfach ausgezeichnet. Der Eintritt frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Foto: Fritz Bauer Institut, A. Mergen #fritzbauer #auschwitzprozess

Mittwoch, 27. Mai 2026

Christian Schmauß - seine Intervention zu Therese Neumann und Fritz Gerlich im Rio Raum Weiden

 

Solidarität mit Therese Neumann und Fritz Gerlich.

Katholische Antifa Weiden | Therese Neumann kämpft mit Fritz Gerlich | im Konnersreuther Kreis gegen den deutschen Nationalsozialismus | Es war von Christian Schmauß um den 1. Mai 2026 die letzte intervention 

 

'Ihr müsst kämpfen'

 - Therese Neumann zu Fritz Gerlich und den Konnesreuther Kreis 

zum Kampf gegen die deutschen Nazis

Schon Therese Neumann wusste um 1930 das man gegen den deutschen Nationalsozialismus kämpfen muss. Sie warnte eindringlich davor wie gefährlich die Nazis sind. In den katholischen Gebieten des damaligen deutschen Reiches blieb der Durchbruch des Nazismus versagt - die Warnung der römisch - katholischen #Bischöfe und der Mysterikerin #thereseneumann taten ihre Wirkung - bei den Reichstagswahlen im Juli 1932 war in den katholischen Gebieten das katholische #Zentrum und die #bayerischevolkspartei die stärkste der Parteien
 

Info: 

 

 
https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_Juli_1932

 https://ideologiekridok.blogspot.com/2026/03/katholische-antifa-weiden-therese.html

Es wa
 Götz Ali: Wie konnte das  geschen 

 

 

 


https://www.genialokal.de/Suche/?q=wie+konnte+das+geschehen&storeID=volk
ert

PS: Leider hat man in diesen Tagen verlernt gegen den Nazismus zu kämpfen.
Zweifellos ist die islamofaschistische #MullahDespotie den deutschen Nationalsozialismus in mörderisch antisemitischer Hinsicht identisch.
Ruhollah #Chomeini hat mit seiner antisemitischen islamistischen Revolution die Büchse der Pandora geöffnet. 1979 erklärte er den jüdischen Staat Israel und der Republik  USA völkerrechtswidrig den #VernichtungsKrieg.  

 

 Die Deutschen und der Iran 

http://www.matthiaskuentzel.de/contents/die-deutschen-und-der-iran

Die deutsche Partei die am stärksten mit den Mullahs verbunden ist, ist die AfD - Deshalb #AfDVerbotJetzt - Stürzt die Mullahs - Free Iran #SupportIsrael 

 

Solidarität mit Israel, den Juden und Jüdinnen! 

Auch die antifaschistische Siegermacht USA braucht unseren Beistand  

 weitere Teile des Vortrags auf link

 

 

 

 https://ideologiekrhttps://ideologiekridok.blogspot.com/2026/03/katholische-antifa-weiden-therese.htmlidok.blogspot.com/2026/03/katholische-antifa-weiden-therese.html

 

 

Israel | Yad Vashem | Bernhard Lichtenberg

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